Montag, 5. August 2019

Auswirkung von Cannabis auf das Gehirn wurde erneut untersucht

Erwachsene zeigen keine Unterschiede nach dem Konsum von Cannabis in jungen Jahren auf

In regelmäßigen Abständen werden Studien über die Auswirkung von Cannabis auf das menschliche Gehirn durchgeführt. Gibt eine Untersuchung Grund zur Annahme, dass besonders jugendliche Denkapparate durch den Einfluss von Marihuana negativ verändert werden können, findet man diese Nachricht hierzulande anschließend auf vielen Presseportalen und sie dient als fadenscheiniger Grund sich gegen eine Legalisierung von Canabis zu Genusszwecken auszusprechen, obwohl es nichts an der Verfügbarkeit der auf dem Schwarzmarkt gehandelten Substanz ändert. Werden dagegen anerkannte Untersuchungen veröffentlicht, die davon sprechen, dass die Effekte von Marihuana auf jugendliche Gehirne überschätzt worden sind, dass die Gehirnstruktur von Cannabis unangetastet bleibt, oder dass Cannabis kaum negative Auswirkungen auf das Gehirn ausübt, bleiben diese Nachrichten gänzlich unerwähnt. Nun hat eine weitere Studie aus Arizona und Pennsylvania in langer Forschung erneut herausgefunden, dass Erwachsene, die im jugendlichen Alter Cannabis konsumierten, keinen Unterschied in ihrem Gehirn zu Personen besitzen, die gar nicht mit dem natürlichen Rauschmittel in Kontakt kamen. Die Auswirkung von Cannabis auf das Gehirn wurde erneut untersucht und man kam zu dem Schluss, dass der Gebrauch von Weed in jungen Jahren keinen längerfristigen Effekt auf den Denkapparat im Alter hat.

Die jetzt im Journal Drug and Alcohol Dependence veröffentlichten Forschungsergebnisse der Universität Pittsburgh und der Arizona State University haben zur Überprüfung der Auswirkung von Cannabisgebrauch in jugendlichem Alter auf das Gehirn circa 1000 männliche Teenager zwischen 13 und 19 Jahren beobachtet und an den in verschiedenen Gruppen eingeteilten Personen anschließend im Alter von 30 bis 36 strukturelle Gehirn-Scans durchgeführt. Die Forscher teilten die unterschiedlichen Konsummuster bei den Jugendlichen folgend ein: von keinem Cannabiskonsum (definiert als vier Tage oder weniger) bis zu starkem Konsum (definiert als durchschnittlich 782 Tage Konsum), wobei noch stärker Abstufungen vorhanden waren. Seltener Gebrauch/Nichtgebrauch, Nichtgebrauch, eskalierender Gebrauch oder chronisch häufiger Gebrauch. 14 interessierende Hirnregionen, darunter die Amygdala und den Hippocampus, wurden von den Wissenschaftlern später auf Auffälligkeiten untersucht. Im Ergebnis erläutern die Autoren der zu einem Text verfassten Forschung, dass jugendlicher Cannabiskonsum in einer Stichprobe von Jungen, die prospektiv bis ins Erwachsenenalter rekrutiert wurden, nicht mit veränderter Gehirnstruktur im Erwachsenenalter assoziiert war. Alle Jungen aus den verschiedenen Untergruppen unterschieden sich in keiner interessanten subkortikalen oder kortikalen Region im Bezug auf die Struktur des Gehirns im Erwachsenenalter. Man könne daraus schließen, dass Cannabiskonsum bei Jugendlichen nicht mit strukturellen Hirnunterschieden im Erwachsenenalter verbunden ist.

Diese Daten spiegeln die Ergebnisse früherer Arbeiten wider und zeigen, dass selbst einige der häufigsten Cannabiskonsumenten später keine Veränderungen in der Gehirnstruktur aufweisen. Die Untersuchungen sind sehr penibel durchgeführt worden und die Forscher haben das gesamte Gehirn sehr gründlich untersucht. Hoffen wir, dass diese Ergebnisse einige der alarmierenden Schreie verringern können, die in diesem Thema zu oft laut schallten und es in der Regel auch beherrschten“, sagte Mitch Earleywine zu den Erkenntnissen – ein Professor für Psychologie der State University of New York in Albany, der auch bei NORML als Mitglied des Beirates beschäftigt ist.

Quelle: https://hanfjournal.de/2019/08/04/auswirkung-von-cannabis-auf-das-gehirn-wurde-erneut-untersucht/

Sonntag, 4. August 2019

Darf ich medizinisches Cannabis bei Reisen mitnehmen?


Wer aus medizinischen Gründen auf Cannabis-Produkte angewiesen ist, will diese oft auch im Urlaub dabei haben. In diesem Fall gibt es aber einige Dinge zu beachten.
Seit dem 1. März 2017 ist Cannabis in Deutschland verschreibungsfähig. Das heißt, Ärzte aller Fachrichtungen dürfen Patienten Cannabisblüten und Extrakte aus Cannabis dank des Gesetztes zur "Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften" verschreiben. Aber was ist, wenn Menschen, die medizinisches Cannabis konsumieren, in den Urlaub fahren? Darf man das Gras dann auch einfach in Bus, Auto oder Flugzeug über Landesgrenzen mitnehmen?
 

Darf medizinisches Cannabis beim Urlaub im Ausland mitgenommen werden?

Grundsätzlich ist es wie bei anderen vom Arzt verschriebenen Betäubungsmitteln möglich, Cannabis für die Dauer der Reise in angemessen Mengen ein- oder auszuführen. Das schreibt der Deutsche Hanfverband auf seiner Website. Allerdings gibt es für die Mitnahme standardisierte Regeln, die eingehalten werden müssen – sonst fällt der Urlaub mit Cannabis schnell in Rauch auf. Außerdem können diese Regeln je nach Reiseland unterschiedlich ausfallen. Zu beachten ist ebenfalls, dass nur der Patient selbst, der das medizinische Cannabis verschrieben bekommen hat – und kein Begleiter –, das Gras auch mit sich führen darf.
 

In welche Länder darf ich Cannabis für medizinische Zwecke mitnehmen?

Am einfachsten ist die Ein- oder Ausfuhr von Cannabis ins Ausland innerhalb der Staaten des Schengener Abkommens. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erklärt, dass Bürger innerhalb dieser Staaten bei einer Reise über einen Zeitraum von 30 Tagen ärztlich verschriebene Betäubungsmittel – darunter auch Cannabis-Produkte – mitnehmen dürfen, sofern sie eine vom Arzt ausgefüllte Bescheinigung nach Artikel 75 des Schengener Durchführungsübereinkommens dabei haben. Diese Bescheinigung muss vor Antritt der Reise von der obersten Landesgesundheitsbehörde oder eine Stelle, die von ihr beauftragt wurde, beglaubigt werden. Dabei ist für jedes verschriebene Betäubungsmittel eine eigene Bescheinigung vorzuweisen.
Zu den Staaten des Schengener Abkommens gehören:
  • Belgien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Island
  • Italien
  • Lettland
  • Liechtenstein
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malta
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Schweden
  • Schweiz
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Tschechien
  • Ungarn

Cannabis mit ins Urlaubsland nehmen: Was gilt für die Staaten außerhalb des Schengen-Raums?

Wer außerhalb des Schengen-Raums vom Arzt verschriebene Cannabis-Produkte mitführen möchte, sollte sich den "Leitfaden für Reisende", den die Bundesopiumstelle zur Verfügung stellt, durchlesen – darauf verweist das BfArM. Darin werden Patienten darauf verwiesen, sich vom verschreibenden Arzt eine mehrsprachige Bescheinigung ausstellen zu lassen. Diese sollte Informationen zu Einzel- und Tagesdosierungen sowie Wirkstoffbezeichnung und Dauer der Reise – maximal 30 Tage – enthalten. Die Bescheinigung muss ebenfalls von der obersten Landesgesundheitsbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle beglaubigt werden.
Zudem weist das BfArM daraufhin, dass außerhalb des Schengen-Raums keine einheitlichen Bestimmungen für die Mitnahme von Betäubungsmitteln herrschen. Deshalb müssen sich Urlauber vor Antritt der Reise dringend über die Rechtslage des Reise- oder Transitlandes informieren. In den USA unterscheiden sich die Gesetze bezüglich Cannabis sogar von Bundesstaat zu Bundesstaat, wie das Online-Portal Hytiva erklärt.
In manchen Ländern müssen nämlich zusätzliche Formblätter vorgelegt werden, teilweise ist die Menge an mitgeführtem Cannabis beschränkt oder sogar gänzlich verboten. Ist die Mitnahme von Cannabis nicht möglich, müssen Patienten klären, ob ein im Urlaubsland ansässiger Arzt die benötigten Medikamente verschreiben kann. Ansonsten führt der Weg nur noch über eine Ein- und Ausfuhrgenehmigung bei der Bundesopiumstelle, die laut BfArM jedoch sehr umfangreich ist und selten zum Einsatz kommt.
 
Quelle: https://www.merkur.de/reise/darf-medizinisches-cannabis-reisen-mitnehmen-zr-12881857.html

Neuer Gesetzentwurf zur Entkriminalisierung von Cannabis im US-Kongress

 

Die Zahl der Cannabis-bezogenen Gesetzentwürfe, mit der sich derzeit US-amerikanische Politiker auseinandersetzen müssen, ist unglaublich. In den Kammern der Bundesstaaten und dem US-Kongress sollen aktuell über 1100 Gesetzesvorlagen darauf warten, debattiert und entschieden zu werden. Eine der jüngsten Entwürfe ist die Alternative zur Legalisierung und würde Cannabiskonsumenten weitgehend entkriminalisieren.

Der MORE Act soll den Staaten die Entscheidungsgewalt über den Status von Cannabis in die Hand geben

Der demokratische Repräsentant Jerry Nadler aus New York und Senatorin Kamala Harris aus Kalifornien brachten einen Entwurf für die Entkriminalisierung von Cannabis auf Bundesebene der Vereinigten Staaten ein. Die Vorlage mit dem Namen Marijuana Opportunity Reinvestment and Expungement (MORE) Act würde ähnlich wie der bereits im Kongress debattierte STATES Act den Bundesstaaten die Entscheidung über den gesetzlichen Status von Cannabis überlassen.
Über dies hinaus ist darin aber auch vorgesehen, Konsum-nahe Cannabis-bezogene Delikte aus den Strafregistern zu löschen. Cannabis würde infolge einer möglichen Verabschiedung der Gesetzesreform aus dem Controlled Substance Act gestrichen, dennoch stünde es den Bundesstaaten frei, den Besitz und Handel nicht zuzulassen und unter Strafe zu stellen. Bundesbehörden würden dann allerdings nicht mehr bei Cannabis-bezogenen Delikten aktiv werden, ebenso wenig könnten Einwanderer ihre Aufenthaltsrechte verlieren.

Die rassistisch motivierte Ungerechtigkeit des Cannabisverbots soll beendet werden

Der Handel mit Cannabis würde mit einer Bundessteuer von fünf Prozent belegt, die dann für die Unterstützung einkommensschwacher Minderheiten eingesetzt werden sollen. Die Autoren des MORE Act sehen die aktuelle Gesetzgebung einerseits in ihren Ursprüngen rassistisch motiviert, andererseits zeigen Statistiken aber auch dass ihre Umsetzung Minderheiten deutlich stärker kriminalisiert.
Drei Fonds, die im Gesetzentwurf verankert sind, sollen eingerichtet werden, um für die besonders vom Drogenkrieg betroffenen durch Berufsausbildung, Rechtsbeistand und Zuschüsse für Unternehmensgründungen neue Perspektiven zu schaffen.

Cannabiskonsum ist kein Verbrechen

Harris und Nadler sind sich einig, dass Cannabiskonsum kein Verbrechen sein sollte, und dass es eine Frage der persönlichen Entscheidung sein sollte, ob man konsumieren möchte. Für die Regierung sollte Cannabis lediglich im Bezug auf Aspekte der Gesundheit interessant sein sollte, nicht aber auf Aspekte des Strafrechts.
Für den durchschnittlichen Konsumenten hätte eine erfolgreiche Verabschiedung des MORE Act sehr ähnliche Auswirkungen wie der STATES Act, doch dieser würde lediglich die Bundesbehörden aus Cannabis-bezogenen Rechtsfällen heraushalten, nicht aber die Streichung von Cannabis aus dem Controlled Substance Act beinhalten.

Kann eine progressive Reform der Cannabispolitik im Senat verabschiedet werden?

Als nächstes muss der Justizausschuss des Repräsentantenhauses den Gesetzentwurf prüfen und billigen, bevor er im Plenarsaal zur Abstimmung kommen kann. Jerry Nadler hat den Vorsitz des Justizausschusses inne, also gibt es dort zumindest Unterstützung für den Entwurf. Im aktuell demokratisch geführten Repräsentantenhaus gibt es allgemein viel Zustimmung zu progressiven Reformen der Cannabispolitik.
Im Senat allerdings dürften die Debatten etwas hitziger werden, da in der Kammer, die von dem konservativen Republikaner Mitch McConnell geleitet wird, noch viel Widerstand zu erwarten ist. McConnell äußerte erst kürzlich, dass er nicht beabsichtige, eine Liberalisierung von Cannabis zu unterstützen.

Quelle: https://www.hanf-magazin.com/news/neuer-gesetzentwurf-zur-entkriminalisierung-von-cannabis-im-us-kongress/

Samstag, 3. August 2019

LEGO will bis 2030 die gesamte Produktion auf Hanfplastik umstellen

 

Mit der Entscheidung für den Einsatz umweltfreundlicher und nachhaltiger Materialien trifft der Spielzeughersteller LEGO den Nerv der Zeit. Bis 2030 soll das gesamte Sortiment von Kunststoff auf Plastik aus Hanf umgestellt werden.

LEGO wurde vor fast 60 Jahren gegründet und die Erfolgsgeschichte des dänischen Spielzeugherstellers stützt sich unter anderem auf die bekannten Legosteine. Jetzt investiert der größte Spielzeughersteller der Welt Millionen, um die Kunststoffsteine in Zukunft aus Hanf zu fertigen. Wie die Nachrichtenseite Plastic News berichtet, soll die Umstellung bis zum Jahr 2030 perfekt sein.
Allan Rasmussen ist Projektmanager bei LEGO und versprach, dass sich die Bausteine aus dem neuen Material nicht von den alten Legosteinen unterscheiden lassen. Außerdem habe man ein Material finden müssen, das in 50 Jahren immer noch wie neu sei.

Plastik aus Hanf

Kunststoff aus Hanf ist in vielerlei Hinsicht nachhaltiger als die Gewinnung aus Erdöl. Bis Plastik abgebaut wurde, vergehen zwischen 500–100 Jahre. Vor allem die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastik ist ein großes Umweltproblem. Der von uns entsorgte Kunststoff verschmutzt nicht nur die Umwelt. Er landet als Mikroplastik in unserer Nahrung und wird letztendlich von uns aufgenommen.
Der Hauptbestandteil von Plastik ist Zellulose, die hauptsächlich aus Petroleum gewonnen wird. Zellulose kann jedoch auch aus organischen Materialien hergestellt werden. Zum Beispiel aus Hanf, der mit seinem hohen Gehalt an Zellulose dafür prädestiniert ist. Hinzu kommt, dass Hanfplastik vollständig biologisch abbaubar ist.

Nachhaltige Zukunft

Das australische Unternehmen Zeoform arbeitet seit mehreren Jahren an der Entwicklung von biologisch abbaubaren Technologien aus Hanf. Wie das Unternehmen berichtet, habe man eine neue Art von sehr robustem Kunststoff entwickelt, der vollständig aus Hanf hergestellt ist. Das Material kann in unterschiedlichste Formen gegossen werden oder für die Produktion zahlreicher Produkte, wie Strohhalme, Möbel oder eben Spielzeug verwendet werden.
Plastic News zufolge verwendet LEGO für die Produktion der Bausteine jedes Jahr mehr als 6.000 Tonnen Plastik. Umso wichtiger ist die Entscheidung des dänischen Unternehmens für die nachhaltige und umweltfreundliche Alternative aus Hanf

Quelle: https://www.hanf-magazin.com/news/lego-will-bis-2030-die-gesamte-produktion-auf-hanfplastik-umstellen/

Kanada: 24,5 Millionen Dollar für die Cannabis-Forschung

 

Letzte Woche gab das kanadische Gesundheitsministerium bekannt, man werde 24,5 Mio. Dollar in die Cannabis-Forschung investieren. Wie die Nachrichtenseite pqbnews berichtet, kommt das Geld 26 Projekten in ganz Kanada zugute, die sich unter anderem mit dem Potenzial von Cannabis und CBD-Öl für die Behandlung von Angstgefühlen und Schmerzen beschäftigen. Darüber hinaus sollen Forschungsteams dabei unterstützt werden, das therapeutische Potenzial von Cannabis für die Linderung von Krebs, chronischer Schmerzen und Neuroentwicklung zu untersuchen.
Für Gesundheitsministerin Ginette Petitpas Taylor steht bei der Investition der Millionensumme der Schutz von Konsumenten im Vordergrund. Die neu gewonnen Informationen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Cannabis seien wichtig für Regierungen, Mediziner, Pflegedienste und alle Kanadier“, so Taylor.
2018 wurde Kanada das erste G7 Land, in dem Cannabis für den Freizeitkonsum legalisiert wurde. Laut Gesetz können Erwachsene ab 19 Jahren Cannabis legal kaufen oder für den Eigenbedarf selbst anbauen – in den Provinzen Quebec und Alberta liegt die Altersgrenze bei 18 Jahren.
Während man von Kanada in Zukunft also neue Erkenntnisse in der Cannabis-Forschung erwarten darf, scheint die von der Regierung unterstützte wissenschaftliche Erforschung der Pflanze in den USA eher abzunehmen. Zu Beginn des Jahrs spendete Charles R. Broderick, ehemaliger MIT- & Harvard-Absolvent, 9 Mio. US-Dollar an die renommierte Hochschule für die Erforschung der Auswirkungen von Cannabis auf Gehirn und Verhalten. https://news.harvard.edu/gazette/story/2019/04/alumnus-gives-harvard-and-mit-9-million-for-cannabis-research/

Wie es in der Mitteilung von pqbnews weiter heißt, sollen 4,5 Mio. Dollar in die Erforschung der Auswirkungen der Legalisierung von Cannabis auf die öffentliche Gesundheit investiert werden. 390.000 Dollar werden Projekten in Alberta zugutekommen, die die Öffentlichkeit über Cannabis informieren und aufklären sollen.

Quelle: https://www.hanf-magazin.com/news/kanada-245-millionen-dollar-fuer-die-cannabis-forschung/

Freitag, 2. August 2019

Darum bleibt Cannabis in Deutschland illegal

 

Cannabis ist zwar fast überall verboten, trotzdem wird auf der ganzen Welt gekifft, auch in Deutschland. Eine Legalisierung der Droge könnte dem Staat viel Geld bringen und die Strafverfolgungsbehörden entlasten, doch eine entsprechende Änderung des Betäubungsmittelgesetzes ist nicht in Sicht.
Was gegen eine Legalisierung spricht und ob es auch einen anderen Weg gibt, mit Kiffern umzugehen, hören Sie in dieser Ausgabe von "Wieder was gelernt".

Jedes Jahr konsumieren rund 263 Millionen Menschen mindestens einmal im Jahr Cannabis. Das sind ungefähr so viele Menschen, wie in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien zusammen leben. Und wenn die Nachfrage so riesig ist, lässt sich viel Geld verdienen. Der weltweite Markt ist rund 344 Milliarden US-Dollar groß, ungefähr ein Viertel davon wird in Europa umgesetzt - das meiste davon auf dem Schwarzmarkt.
Eine Legalisierung würde viel Geld in die Staatskassen schwemmen. Allein in Deutschland wären es über 2 Milliarden Euro pro Jahr, schätzen Wirtschaftsexperten. Aber bei uns gibt es aktuell nur einen einzigen Weg, um legal an Cannabis zu kommen: Wir brauchen ein Rezept vom Arzt. Und das soll auch so bleiben, denn Cannabis ist schlecht für die Gesundheit, sagt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler:
"Nur weil einige wenige Länder sagen, wir legalisieren, ist das kein Grund, dass wir hier nachziehen, denn die Folgen des Konsums sind uns allen bekannt. Der THC-Gehalt steigt massiv. Cannabis-Konsum ist der Grund, warum Menschen Beratungsstellen aufsuchen, und hier geht es nicht um banale Erkrankungen, sondern um teilweise massive Hirnschädigungen."

Dass Kiffen schlecht fürs Gehirn ist - vor allem bei jugendlichen Konsumenten - weiß auch der Suchtforscher Derik Hermann. Er ist trotzdem für eine Legalisierung von Cannabis, weil das gleich mehrere Probleme auf einmal lösen könnte:
"Dadurch könnte man den Jugendschutz kontrollieren, eine Alterskontrolle einführen, in den Verkaufsstätten Präventivmaßnahmen gegen Abhängigkeit und Psychose einführen und auch Verunreinigungen kontrollieren."

Quelle: https://www.n-tv.de/mediathek/audio/Wieder-was-gelernt-Darum-bleibt-Cannabis-in-Deutschland-illegal-article21126236.html

Donnerstag, 1. August 2019

Hanf – uralte Pflanze als nachhaltiger Rohstoff der Zukunft


Die Geschichte der Hanfpflanze kann bis zu einem Zeitraum von 12.000 Jahren zurückverfolgt werden. Damals lebten in den Gebieten Chinas und Persiens fortschrittliche Zivilisationen, die Hanf als Rohstoff nutzten. Es gilt als nachgewiesen, dass Textilien und Papier aus Hanf gefertigt wurden. Die Fasern der Pflanze wurden für die Herstellung verwendet. Heute ist Hanf eine vielseitige Pflanze, die häufig mit dem Konsum von Drogen in Verbindung verbracht wird. Dass Hanf vielseitig nutzbar ist und als nachhaltige Pflanze gilt, ist vielen Menschen gar nicht bewusst. Dabei ist ihr Samen sehr wertvoll, und sie kann sogar als Ersatz für den fossilen Brennstoff Erdöl eingesetzt werden.

Als Pflanze ist Hanf ausgesprochen anspruchslos. Kühle oder heiße Temperaturen machen ihr ebenso wenig aus wie viel oder wenig Nässe. Die Pflanze verdrängt sogar Unkräuter und kann sich in verschiedenen Böden behaupten. In Deutschland galt der Anbau von Hanf über Jahrzehnte als verboten. Grund dafür ist, dass das Harz der Pflanze zu Rauschmitteln verarbeitet werden kann. Sowohl harte Drogen wie Haschisch als auch Gras, das im Joint verarbeitet ist, wird aus Hanf gewonnen. Da diese Rauschmittel in Deutschland nicht zugelassen sind, wurde der Anbau von Hanf untersagt.

Hanf als Nutzpflanze im landwirtschaftlichen Anbau

Seit dem Jahre 1996 ist es Landwirten erlaubt, Hanf als Nutzpflanze anzubauen und zu verarbeiten. Dabei handelt es sich um eine Pflanze, die genetisch verändert wurde. Sie enthält nur einen sehr geringen Anteil an Tetra-Hydro-Cannabinol (THC). Aus diesem Grund eignet sich die Pflanze nicht für die Gewinnung von Drogen. Die Veränderung wirkt sich jedoch auch auf die Fasern aus, sodass eine Verarbeitung zu Textilien nur mit Einschränkungen möglich ist. Landwirte beklagen außerdem, dass diese spezielle Art der Hanfpflanze nur schwer zu beziehen ist. Somit bleibt der Anbau von Hanf in Deutschland trotz der Freigabe der Pflanze durch die Behörden schwierig, da die zulässige Konzentration des THC nicht selten überschritten wird. Zudem ist die Konkurrenz groß. So haben Pflanzen, die in China ohne THC-Reglementierung angebaut werden, eine höhere Qualität. Dennoch gibt es Landwirte in Deutschland, die sich mit dem Anbau von Hanf und mit der nachhaltigen Verwendung auseinandersetzen und diesbezüglich sehr gute Erfolge erzielen.

Verwendungsmöglichkeiten von Hanf

Hanf kann für verschiedene Verwendungszwecke eingesetzt werden. Zur Anwendung kommen die Früchte, die Fasern und die Samen.
Fasern
Die Fasern werden gern zu Textilien oder zu Korbmaterialien verarbeitet. Hier handelt es sich um sehr natürliche Produkte, die ohne den Zusatz von Chemie aus biologischem Anbau gewonnen werden. Diese Handprodukte können in speziellen Shops erworben werden. Die Preise sind etwas höher als bei Produkten aus Kunststoff oder bei Textilien, die aus Kunstfasern oder chemischen Fasern hergestellt werden. Die Qualität dieser Produkte ist hoch, sodass auch anspruchsvolle Kunden mit den Faserprodukten aus Hanf zufrieden sind. Möchtest du Produkte kaufen, die aus der Faser des Hanf hergestellt wurden, ist es wichtig, dass du darauf achtest, dass die Produkte aus kontrolliertem deutschen Anbau stammen. Dann hast du die Sicherheit, dass es sich wirklich um nachhaltige Produkte handelt.


Früchte
Wenig bekannt ist, dass der Hanf Früchte trägt, die verzehrt oder verarbeitet werden können. Auch hier ist die Nachhaltigkeit nur dann gegeben, wenn das Anbaugebiet der Pflanzen in Deutschland liegt und wenn die Pflanzen auf einer reinen biologischen Basis hergestellt wurden.
Die Früchte haben einen besonderen Geschmack, der dem der Nüsse ähnlich ist. Darüber hinaus ist es möglich, die Früchte zu einem Mehl zu verarbeiten. Du kannst aus diesem Mehl Brot oder andere Backwaren herstellen, die einen hohen Wert und eine sehr schmackhafte Note haben. Lecker ist auch ein Müsli, das aus den Früchten des Hanf hergestellt wurde. Wenn du auf eine gesunde Ernährung großen Wert legst, solltest du die Früchte ab und zu in deinen Speiseplan aufnehmen. Sie sind reich an Mineralstoffen und Proteinen. Auch verschiedene Vitamine sind enthalten. Da es sich um ein natürliches Produkt handelt, ist der Anteil an Zucker und anderen Dickmachern sehr gering.
Samen
Auch der Samen des Hanf kann auf verschiedene Weise genutzt werden. Die Samen sind essbar und können in ein Müsli oder in einen Joghurt eingestreut werden. Auch als Zutat zu selbst gebackenem Brot, in Brotaufstrichen und in Süßigkeiten findest du Hanfsamen. Du kannst sie in ausgewählten Shops auch separat kaufen und dann individuell in Rezepten verarbeiten, oder du probierst etwas Neues aus. Ebenso wie die Früchte sind auch die Samen des Hanf sehr gesund. Sie sind schmackhaft und liefern dem Körper viele Nährstoffe.
Hanföl
Aus den Samen kann Hanföl hergestellt werden. Es findet in der Medizin Anwendung. So lindert Hanföl nachweislich die Beschwerden bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder bei verschiedenen Allergien.

Medikament gegen Krebs

In der Krebstherapie kommen Medikamente auf Basis von THC zum Einsatz. Diese werden aus Pflanzen gewonnen, die einen normalen THC-Gehalt haben. Der Anbau dieser Pflanzen ist sehr streng reglementiert und in der Landwirtschaft oder in privaten Gärten verboten. THC kann während der Krebsbehandlung die Übelkeit lindern, unter der Patienten leiden, die eine Chemotherapie verabreicht bekommen. Auch als Appetitanreger kann ein Einsatz erfolgen. Hier wurden nicht nur Patienten mit Krebserkrankungen, sondern auch Patienten mit der Immunschwächeerkrankung Aids in die Studien einbezogen. Bislang gibt es noch nicht viele Forschungsergebnisse bezüglich des Einsatzes der Hanfpflanze in der Medizin. Die bereits vorhandenen Ergebnisse sind jedoch sehr vielversprechend.

Hanf als Ersatz für Erdöl

Erdöl ist ein fossiler Brennstoff, der aus natürlichen Ressourcen stammt und mittlerweile nicht mehr zu den umweltfreundlichen Energien gehört. Zudem ist der Brennstoff nur in begrenzter Menge vorhanden. Auch wenn die Vorräte noch Jahrzehnte halten, ist es wichtig, dass es einen Ersatz gibt. Mittlerweile steht fest, dass sich nahezu alle Produkte, die bislang aus Erdöl hergestellt werden, auch aus Hanf erzeugen lassen. Die Forschung ist auch auf diesem Gebiet bislang noch nicht abgeschlossen. Sollten sich die Thesen jedoch bewahrheiten, gilt dies als Durchbruch in der Suche nach einem Ersatz für den fossilen Brennstoff. Erdöl wird nicht nur für Heizungen und zur Gewinnung von Kraftstoffen eingesetzt. Auch in der Verarbeitung von Plastik und Gummi ist Erdöl unverzichtbar. Hanf gilt aufgrund seiner widerstandsfähigen Fasern als eine Alternative, die künftig stärker erforscht werden soll.

Quelle: https://www.metaller.de/hanf-uralte-pflanze-als-nachhaltiger-rohstoff-der-zukunft/