Dienstag, 3. September 2019

Lego und der grüne "Stein der Weisen"


Mit Harry Potter, Star Wars und neuen Läden sucht Lego einen Weg aus der Krise. Doch an einem Problem verzweifelt der Bauklötzchen-Riese: der Produktion eines Lego-Steins auf nachhaltiger Basis.
An Selbstbewusstsein mangelt es Lego-Chef Niels Christiansen jedenfalls nicht. Ja, man habe im ersten Halbjahr weniger verdient. Der Nettogewinn schmolz um 12,2 Prozent auf 2,67 Milliarden dänische Kronen.
Doch das sei eine "ganz bewusste Entscheidung" gewesen. Man habe mehr Geld in die Hand genommen um zu expandieren, betonte Christiansen am Dienstag anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen.

Mehr als 160 neue Läden

Bis Ende 2019 wollen die Dänen weltweit mehr als 160 neue Läden eröffnen. Nach 2018 dürfte somit auch 2019 ein Übergangsjahr für Lego werden.
Nach dem Gewinneinbruch 2017 hatte der Spielzeughersteller im vergangenen Jahr zwar dank der steigenden Nachfrage in China und des großen Interesse an seinen Harry-Potter- und Star-Wars-Welten die Wende geschafft, war aber unter seinen Rekordwerten aus den Jahren 2015 und 2016 geblieben.
 

Ambitioniertes Ziel

Schloss Hogwarts von Lego
Das Schloss Hogwarts von Lego. | Bildquelle: Lego
In der magischen Harry-Potter-Welt verspricht der "Stein der Weisen" seinem Besitzer ewiges Leben und unermesslichen Reichtum. Auch Lego ist auf der Suche nach seinem ganz persönlichen "Stein der Weisen". Grün muss er sein. So viel steht fest.
Lego hat es sich nämlich selbst zum Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu sein. Zu diesem Zweck hat Lego bereits 2015 eine Milliarde dänische Kronen in das neu gegründete Forschungszentrum "Lego Sustainable Materials Centre" investiert.

Jahrzehntelang mit Shell kooperiert

Nur wenige Monate zuvor hatte Lego aus Angst um sein "Saubermann-Image" seine bis in die 1960er Jahre zurückreichende Kooperation mit dem Ölkonzern Shell beendet. Greenpeace hatte den Spielzeughersteller mit einem Video zum Untergang einer Legolandschaft mit Ölplattform massiv unter Druck gesetzt.
Doch auch heute noch, vier Jahre nach Gründung des Forschungszentrums, ist Legos ökologischer Fußabdruck riesig. 2017 lag der CO2-Ausstoß von Lego bei 1,1 Millionen Tonnen. Hauptproblem: Seit 1963 werden die Lego-Steine aus dem erdölbasierten Kunststoff Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere (ABS) gefertigt
 

Der Baustoff des "Ur-Lego-Steins"

Das war übrigens nicht immer so: In den Anfangsjahren ab 1949 produzierte Lego seine Steine noch aus dem Biokunststoff Celluloseacetat.
Celluloseacetat ist ein Derivat des Naturstoffes Cellulose – ein natürliches Biopolymer aus Zuckermolekülen, Baumwolle besteht zu 95 Prozent daraus. Celluloseacetat wird somit zu den Biokunststoffen gerechnet, ist allerdings biologisch nur schwer abbaubar.

Pflanzen aus Pflanzen

Bislang hat Lego auf seinem persönlichen Weg zum "grünen Stein der Weisen" nur geringe Erfolge vorzuweisen. Immerhin: Seit 2018 fertig Lego biegsame botanische Elemente wie Blätter, Büsche und Bäume aus pflanzlichem Kunststoff. Dieser wird aus Zuckerrohr gewonnen.
Doch für die harten Lego-Stein gelten andere Anforderungen: Sie müssen fest zusammenklicken, aber auch leicht wieder voneinander lösbar sein. Steine auf Mais-Basis erwiesen sich als zu weich. Steine auf Weizenbasis absorbierten die Farbe nicht gleichmäßig und hatten zu wenig Glanz. Kann Hanf hier eine Alternative sein?
 

Henry Ford und sein "Hanf-Auto"

Nutzhanf oder Industriehanf hat nur einen sehr geringen Anteil der für ihre berauschende Wirkung bekannten Substanz THC, verfügt dafür aber als Baustoff über viele Vorteile: Nutzhanf ist biologisch abbaubar, verbessert die Qualität der Erde, in der er wächst, braucht wenig Dünger und Wasser, ist einer der effektivsten CO2-Speicher der Welt – und in der Bioplastik-Variante extrem haltbar.
Das wusste übrigens schon Henry Ford, der 1941 einen Auto-Prototypen entwickelte, dessen Karosserie aus Hanf- und Soja-Materialien bestand. Der amerikanische Autohersteller warb für sein "Hemp Car" damit, dass "Hanf-Plastik" zehnmal härter als Stahl sei.
 

Viele Konzerne, ein Problem

Laut Branchenkennern könnten Hanf-Materialien auch beim Lego-Stein der Zukunft eine Rolle spielen. Mit ihren Problemen bei der Suche nach plastikfreien Alternativen stehen die Dänen derweil nicht alleine da. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, kooperiert Lego mit großen börsennotierten Konzernen wie McDonald's, Coca-Cola, Nestlé und Procter & Gamble, um gemeinsam das Plastikproblem zu lösen.
 
Dem Markt für Biokunststoffe wird eine große Zukunft vorhergesagt. Auch in Deutschland wird auf diesem Gebiet viel geforscht. Im Rahmen der Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie 2030 haben sich allein im Cluster Biopolymere/Biowerkstoffe rund 150 Unternehmen und 40 Forschungseinrichtungen zusammengetan, um Kunststoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe herzustellen, heißt es aus dem Bundesforschungsministerium.
Gehört der Lego-Stein, mit dem Generationen von Kindern groß geworden sind, also tatsächlich schon bald der Vergangenheit an? Das ist, Stand 2019, noch reine Fiktion. Apropos Fiktion: Bei Harry Potter bekam am Ende nur derjenige den "Stein der Weisen", der ihn lediglich finden wollte. Wer ihn dagegen für seine eigenen Interessen benutzen wollte, für den war er unerreichbar.
 

Montag, 2. September 2019

Niederländisches Cannabis-Experiment soll 2021 starten


Coffeeshops in zehn niederländischen Städten sollen vier Jahre lang ausschließlich „Staatswiet“ zum Verkauf anbieten

Die Würfel sind gefallen: Am „Wietexperiment“ teilnehmen sollen Arnheim, Almere, Breda, Groningen, Heerlen, Hellevoetsluis, Maastricht, Nimwegen, Tilburg und Zaanstad. Das gab die niederländische Regierung letzten Donnerstag bekannt. Ab 2021 darf in den derzeit 79 zugelassenen Coffeeshops der beteiligten Städte im Rahmen der vierjährigen Testphase nur noch industriell hergestelltes und werkseitig verpacktes „Staatswiet“ verkauft werden. Das Sortiment soll zwölf Sorten Cannabis mit niedrigem bis mittlerem THC-Gehalt umfassen. Die teilnehmenden Coffeeshops werden also künftig keine Anlaufstelle für Hanffreunde sein, die Haschisch und Gras aus fernen Ländern bevorzugen.

Ziel des „Wietexperiments“ ist, herauszufinden, ob mit dieser Regelung der Cannabis-Kriminalität der Boden entzogen werden kann. Überdies soll untersucht werden, inwieweit gesundheitliche Schäden durch mangelnde Qualität aus nicht kontrolliertem Anbau minimiert werden können. Mit mangelnder Qualität ist u.a. der hohe THC-Gehalt mancher Premium-Sorten gemeint.

Endgültig Entwarnung gibt es für Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht. Die Coffeeshop-Dichte der vier Städte ist einfach zu hoch, um die Grundvoraussetzung für die Studienteilnahme zu erfüllen, alle Coffeeshops der Gemeinde ins Boot zu holen. Unberührt vom „Wietexperiment“ bleiben auch die übrigen knapp 500 Coffeeshops in den Niederlanden. Dort wird weiterhin durch die Hintertür angeliefert, was die Herzen der Cannabis-Gourmets höher schlagen lässt.

Die Bekanntgabe der teilnehmenden Städte ist jedoch nicht der Weisheit letzter Schluss. Abgesehen davon, dass von den vier Koalitionsparteien nur noch D66 an einen Erfolg des „Staatswietexperiments“ glaubt, mehren sich auch in den betroffenen Gemeinden Stimmen, die dem Modellversuch kritisch und ablehnend gegenüberstehen. Das Vorhaben der Regierung, den Städten das Experiment en passant überstülpen zu können, wird am Mitspracherecht der Lokalpolitik scheitern.
So will beispielsweise der Bürgermeister von Almere erst mit den verschiedenen Parteien Rücksprache halten und den Gemeinderat bei der Entscheidungsfindung einbinden. Es müsse deutlich gemacht werden, dass das Experiment für die Gemeinde Almere nicht gratis zu haben ist. Geschätzt werden Kosten in Höhe von rund einer Million Euro jährlich, die aus der Stadtkasse zu begleichen sind. Darüber hinaus sei mehr Polizeikapazität erforderlich, um die Coffeeshops zu überwachen und den zu erwartenden Straßenhandel einzudämmen. Almere fordert daher eine Kostenübernahme durch den Bund.

Auch die Polizei geht nicht davon aus, dass der Modellversuch nennenswerte Auswirkungen auf die organisierte „Hanfkriminalität“ haben wird. Schließlich sei der illegale Cannabis-Anbau ein milliardenschweres Exportgeschäft. Schätzungsweise 70 bis 90 Prozent der niederländischen Hanfernte werden im Ausland in Rauch aufgelöst, und die Guerilla-Grower werden weiterhin für Nachschub sorgen. Die Polizei fürchtet vielmehr zusätzlichen Arbeitsaufwand im Kampf gegen den Straßenhandel und den damit einhergehenden Belästigungen.

Große Unsicherheit herrscht auch darüber, ob bis zum Start des Experiments alle Coffeeshop-Eigner der betroffenen Städte davon überzeugt werden können, das Wagnis einzugehen. Vor allem das eingeschränkte Sortiment missfällt den Betreibern. Entsprechend laut ist die Forderung, neben Staatswiet auch andere Grassorten und Haschisch anzubieten. Dieses Zugeständnis sei unerlässlich, um zu gewährleisten, dass die Kundschaft der am Experiment teilnehmenden Coffeeshops nicht auf den Schwarzmarkt zurückgreift oder in andere Gemeinden abwandert. Wer gute Rauchwaren bevorzugt, für den ist es kein Ding, mal eben von Almere nach Hilversum zu radeln.

Start und Gelingen der Studie hängt nun von der Ausarbeitung der Details ab. Verpackung, Preisgestaltung und Sortenvielfalt sind nur einige Streitpunkte, die die Regierung in Den Haag gemeinsam mit den Gemeinden und Coffeeshops ausräumen muss. Und das ist die Krux, denn die vielen Sonderwünsche überfordern die bürgerlich-liberale Regierungskoalition, die sich die Umsetzung des ungeliebten „Wietexperiments“ ohne Zugeständnisse vorgestellt hat.
Zudem dämmert den Abgeordneten von VVD, CDA und CA, dass legales Staatswiet eine Gesetzesänderung verlangt, die konträr zur Agenda ihrer Parteien steht.
Die Christdemokratin Madeleine van Toorenburg (51) nimmt kein Blatt vor den Mund und verrät das eigentliche Ziel der Regierungskoalition: „Wir finden Drogen katastrophal für die Menschen und wollen den ganzen Mist schließen. Wie auch immer, die Realität ist, dass es dafür keine Mehrheit gibt.“ Mit „Mist“ meint die 51-Jährige die vor 43 Jahren zugelassenen Coffeeshops. Die VVD-Abgeordnete Antoinette Laan (54) hält das Experiment für „naiv“, aber wohl mehr aus ideologischen als auch rationalen Gründen.

Das seit 2017 anhaltende Hickhack um staatlich kontrolliertes Cannabis geht mit der Bekanntgabe der teilnehmenden Gemeinden in die nächste Runde. Nun soll Butter bei die Fische gelegt werden. Doch ob von irgendeiner Seite überhaupt noch der ernsthafte Wille besteht, ein für alle akzeptables Resultat zu erzielen, darf bezweifelt werden. Die Regierungsparteien VVD, CDA und CA werden sich hüten, etwas zu beschleunigen, was nicht in ihrem Sinne ist. Zumal im Herbst 2021 Neuwahlen anstehen und sich die Chance eröffnen könnte, mit einer rechtsliberalen Allianz ohne D66 den ganzen „Mist“ zu beenden – und zwar komplett und für alle Zeiten.
Den Coffeeshops stehen so oder so keine rosigen Zeiten bevor, da ein linksgrünes Bündnis nicht in Sicht ist, das eine generelle Cannabis-Freigabe durchsetzen könnte. Die Lage ist prekär und die Coffeeshop-Eigner müssen genau abwägen, ob sie zur langfristigen Existenzsicherung die Kröte „Staatswiet“ schlucken oder nicht.

Quelle: https://hanfjournal.de/2019/09/02/niederlaendisches-cannabis-experiment-soll-2021-starten/

Superfood Hanf: Legaler Genuss mit Gesundheits-Plus


Die Samen des Speisehanfs sind ein europäisches Superfood. Als natives Bio-Öl zum Wohlfühlen und Genießen, ballaststoffreiches Mehl, pure, knackige Körnchen oder Hanfprotein für einen aktiven Lebensstil. Die Ölmühle Solling bietet hochklassige Lebensmittel aus bestem Bio-Speisehanf – natürlicher lässt sich das trendige Lebensmittel nicht genießen.

Der Hanf ist eine der ältesten und vielseitigsten Nutzpflanzen. THC-arme Züchtungen machen es heute möglich, Hanf-Lebensmittel für Genuss und Wohlbefinden ganz unproblematisch auf den Speiseplan zu setzen. ›Alle Welt redet derzeit vom Hanf-Wirkstoff CBD‹ erläutert Sarah Baensch, die bei der Ölmühle Solling für den Bereich Marketing verantwortlich ist. ›Hier in unserer Ölmühle haben wir einen ganz anderen Ansatz. Uns geht es nicht um isolierte Wirkstoffe, sondern um ganzheitliche Lebensmittel für einen gesunden Lebensstil.‹

Bereits seit über zwanzig Jahren werden in dem von ihren Eltern gegründeten Familienbetrieb Saaten und Kerne zu mühlenfrischen Bio-Speiseölen gepresst. ›Wir haben schon früh Bio-Hanfsamen verarbeitet und von Anfang an eine große Nachfrage gehabt‹, erinnert sie sich. Geschätzt wird das grünliche, angenehm duftende, mild-nussige Öl nicht zuletzt als wertvolle Nahrungsergänzung für gesunde Haut. Denn die kleinen Körnchen des Speisehanfs haben in puncto wertvolle Inhaltsstoffe so einiges zu bieten: Hanföl besteht zu gut 70 Gramm pro 100 Gramm aus ungesättigten Fettsäuren. Neben Linol- und Alpha-Linolensäure enthält es circa zwei bis drei Prozent Gamma-Linolensäure, eine seltene Omega-6-Fettsäure, die für einen gesunden Hautstoffwechsel wichtig ist. Hinzu kommen weitere Pflanzenwirkstoffe wie Chlorophyll, Carotinoide, Phytosterine sowie Vitamine, zum Beispiel Tocopherole (Vitamin E).

Perfekt auf die Ernährungsbedürfnisse moderner Bio-Kunden abgestimmt ist auch das Hanfprotein aus der Ölmühle Solling. ›Gerade sportlich Aktive und Menschen, die vegan leben, brauchen hochwertige pflanzliche Eiweißquellen. Unser Hanfprotein bietet eine natürliche Alternative zu herkömmlicher Sportlernahrung und das natürlich in Bio-Qualität‹, erläutert Sarah Baensch. ›Wer Hanföl gezielt wegen seiner guten Wirkstoffe zu sich nehmen möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass es sich um ein natives Öl aus hochwertigen Rohstoffen und kontrolliert biologischem Anbau handelt‹, erläutert die Ölmüllerin. In der Ölmühle Solling werden Bio-Hanfsamen aus europäischem Anbau in kleinen Pressen Charge für Charge kaltgepresst und anschließend sanft gefiltert und abgefüllt. Das Resultat hat Rohkostqualität. Aggressive Verfahren wie Bleichen oder Desodorieren sind in dem Bio-Betrieb tabu. Hanföl wertet Smoothies und Bowls ebenso auf wie Dressings und Dips.

Ein weiteres wertvolles Lebensmittel ist Hanfmehl: Schonend entölte und vermahlene Hanfsaat. Hanfmehl enthält pro 100 Gramm noch zehn Gramm Hanföl, vor allem aber liefert es wertvolles pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe satt – damit passt das nussige Mehl bestens in den anhaltenden Low-Carb-Trend.

Wer Hanf ganz ursprünglich genießen möchte, greift zu den ungeschälten Bio-Hanfsamen aus der Ölmühle Solling – ein Topping der Extra-Klasse mit Nährstoff-Plus. Und was ist, wenn der aktuelle Hanf-Trend einmal vorbei ist? Sarah Baensch lächelt. ›Was wirklich gut ist, bleibt abseits aller Trends. Für uns und unsere Kunden gehört der Bio-Hanf seit über zwanzig Jahren dazu.‹

Thailand produziert erste Charge Cannabis-Öl

 

Im Zuge der Legalisierung von Cannabis als Medizin wurde dem thailändischen Gesundheitsministerium Anfang August die erste Charge staatlich produziertes Cannabis-Öl vorgestellt.

Wie auf der Webseite des Inquirer zu lesen ist, hat das thailändische Staatsunternehmen Government Pharmaceutical Organization (GPO) insgesamt bereits 4.500 Fläschchen mit je 5 ml Cannabis-Öl ausgeliefert.
Ärzte sollen nach der Untersuchung des Patienten verschiedene Zusammensetzungen verschreiben können, so Gesundheitsminister Anutin Charnvirakul auf einer Pressekonferenz. Durch die medizinische Aufsicht sei sichergestellt, dass es nicht zu Risiken oder Abhängigkeiten kommen könne.

Cannabis für die Freizeit weiterhin illegal

Während Cannabis für den Freizeitkonsum weiterhin illegal bleibt, legalisierte die thailändische Regierung den medizinischen Einsatz bereits vergangenen Dezember. Die GPO verfügt über ein Treibhaus für den Anbau der Cannabispflanzen, aus denen Öle mit unterschiedlicher THC- und CBD-Konzentration sowie Extrakte mit einer Mischung der beiden Wirkstoffe hergestellt werden.
Als Vorsitzender der Bhumjaithai-Partei hatte sich Gesundheitsminister Anutin dafür eingesetzt, dass jeder Haushalt zur Senkung der Kosten für Medikamente Cannabis anbauen darf. Weil sich das nur sehr schwer überwachen lässt, wurde aus diesem Versprechen nichts. Gegenüber der singapurischen Zeitung The Straits Times sagte er, man könne Cannabispflanzen als Alternative auf dem Grund öffentlicher Krankenhäuser pflanzen. Das garantiere eine bessere Versorgung und Überwachung des Anbaus.
Auch Ausländer, die nach dem Einstufungssystem Anspruch auf eine Therapie mit Cannabis haben, sollen ein Rezept erhalten können.

Quelle: https://www.hanf-magazin.com/politik/international/thailand-produziert-erste-charge-cannabis-oel/

Sonntag, 1. September 2019

Fast 13,3 Millionen Umsatzsteuer durch medizinisches Cannabis erwirtschaftet


32,8 Millionen kostet jährlich die Strafverfolgung gewöhnlicher Konsumenten

Seit März 2017 ist Medizinalhanf in Deutschland von Ärzten ohne Ausnahmegenehmigungen bei vielen Krankheiten über ein BtM-Rezept verschreibungsfähig. In den letzten zwei Jahren wuchs daher der Patientenstamm der Medizinalhanfnutzer von gut 1000 auf geschätzte 50 – 60000 Privat- und Kassenpatienten an, die regelmäßig den Gang zur Apotheke auf sich nehmen, um sich mit der Naturarznei zu versorgen. Obwohl Lieferengpässe bei der gefragten nachwachsenden Medizin bestehen, sorgt dies für einen gewaltigen Umsatz, der auch dem deutschen Staat zugutekommt. Auf eine Nachfrage bei der Apotheker-Spitzenvereinigung des FDP-Bundestagsabgeordneten Markus Herbrand wurde nun ermittelt, wie viel Geld dem Staat alleine 2018 durch den Handel mit dem andernorts verbotenen Kraut in die Kasse gespült worden ist. Und es wurden fast 13,3 Millionen Umsatzsteuer durch medizinisches Cannabis erwirtschaftet, rechnet man die gesamten damit in Verbindung stehenden Bruttoeinnahmen in Höhe von 82 Millionen ein.

Da das Finanzministerium keine genauen Zahlen auf die Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Markus Herbrand benennen konnte, wendete sich der Politiker an die Apotheker-Spitzenvereinigung, um herauszufinden, welcher Betrag dem Staat durch Umsatzsteuereinnahmen aufgrund des Medizinalhanfhandels zur Verfügung steht. Die beeindruckende Summe von fast 13,3 Millionen Euro rechnete der Verband der Apotheker darauf hin hoch. „Der Bedarf an medizinischem Cannabis steigt und steigt. Das freut den Fiskus natürlich, weil die Staatskasse klingelt“, sagte Herbrand gegenüber dem Spiegel im Bezug zu seinen Erkenntnissen. Schon im nächsten Jahr könnten die Einnahmen noch größer ausfallen, weil im laufenden Jahr 2019 bereits bis Ende Juni nach den Berechnungen der Apotheker-Spitzenvereinigung schon für 52 Millionen Euro Cannabis aus dem Ausland importiert worden ist. Weiterhin muss schließlich der gesamte Bedarf aus Kanada, Großbritannien und den Niederlanden eingeführt werden, bis letztendlich Ende 2020 mit einer ersten Ernte aus unseren heimischen Gefilden gerechnet werden kann – die dann aber auch nur einen kleinen Teil der benötigten Menge abdecken kann.

Ebenso wenig im Einklang mit dem tatsächlichen Bedarf und den Bemühungen Deutschlands, steht es leider auch noch weiterhin, wenn man die Kosten für die Strafverfolgung gewöhnlicher Konsumenten in das Gesamtbild einfügt. So würden laut der Linksfraktion nach Schätzungen anhand verfügbarer EU-Daten in Deutschland jährlich 32,8 Millionen Euro für den Eindämmungsversuch des Cannabiskonsums ausgegeben, obwohl die Verbotspolitik vollständig gescheitert sei. Dies bewegt die Linken auch dazu, die Legalisierung von Cannabis zu fordern und sich im Bundesrat für eine Entkriminalisierung einzusetzen. Man werde daher einen entsprechenden Antrag zur kommenden Landtagssitzung umsetzen versuchen, der als Ziel auch verbesserte Präventionsoptionen enthält. Da circa 3,11 Millionen erwachsene Menschen in Deutschland trotz der geltenden Gesetzeslage nicht vom Gebrauch des natürlichen Rauschmittels abzuhalten sind, könne man eindeutig von einer vollständig gescheiterten Verbotspolitik sprechen. So etwas hören die Politiker der Christlich Sozialen Union natürlich gar nicht gerne und erklärten bezüglich der schon lange anhaltenden Debatte bereits Anfang August, dass Besitz, Handel und Anbau weiterhin strafbar bleiben müssten.

Anstatt also die Umsatzsteuereinnahmen des legalen Medizinalhanfverkaufes in sinnvolle Projekte zu stecken und/oder noch mehr Gewinne durch eine vollständige Legalisierung von Cannabis zu erzielen, möchte man lieber weiterhin mit Kanonen auf Spatzen schießen und unbescholtene Bürger aufgrund ihres Konsumverhaltens mit der überlasteten Polizei verfolgen.

Die Milchmädchenrechnung von 13,3 Millionen minus 32,8 Millionen scheint bei der CDU damit noch immer vernünftig aufzugehen … 3,11 Millionen Bürger verlangen schließlich nach sinngemäßen Handlungen.

Quelle: https://hanfjournal.de/2019/09/01/fast-133-millionen-umsatzsteuer-durch-medizinisches-cannabis-erwirtschaftet/

Dürfen wir bald öffentlich kiffen? Linke will Cannabis legalisieren!


Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern soll sich im Bundesrat für eine Entkriminalisierung von Cannabis einsetzen, gleichzeitig sollen Präventionsangebote gestärkt werden, heißt es in einem Antrag der Linksfraktion zur kommenden Landtagssitzung.
Angesichts von 3,11 Millionen erwachsener Konsumenten in Deutschland sei die Verbotspolitik vollständig gescheitert.
"Die praktizierte Verbotspolitik hinsichtlich Cannabis hat über Jahrzehnte den Konsum nicht eingeschränkt", sagt der gesundheitspolitische Sprecher der Linken, Torsten Koplin.
Von 2014 bis 2018 hat die Zahl der Cannabis-Delikte in der Polizeilichen Kriminalstatistik um 40 Prozent auf fast 3900 zugenommen. Fast ein Viertel dieser Fälle entfällt demnach auf Spitzenreiter Rostock. Die Strafverfolgung koste jedes Jahr 32,8 Millionen Euro, schätzt die Linke unter Bezug auf EU-Daten.
Zudem werden für jeden Cannabis-Fall, der bei den Staatsanwaltschaften landet, gut neun Stunden Arbeitszeit veranschlagt, wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage hervorgeht. "Zeit, die für die Bearbeitung anderer Fälle fehlt", sagt Koplin.
Das Verbot sei ideologisch motiviert, rückwärtsgewandt und gehe an der Lebensrealität der Menschen vorbei.
Im Bundesrat solle sich MV deshalb dafür einsetzen, den Besitz und Anbau von Marihuana für den Eigenbedarf zu legalisieren und strenge Jugend- und Gesundheitsschutzregeln einzuführen.
Altersbeschränkungen und Inhaltsstoffe sollten überwacht werden und Werbung für Cannabis verboten sein. Produziert und verkauft werden soll das "Gras" nur durch staatlich lizenzierte Produzenten und Händler.

Im Straßenverkehr solle eine wissenschaftlich begründete Höchstgrenze für den THC-Gehalt im Blut festgelegt werden.
Aber das Land soll nach dem Willen der Linken nicht untätig bleiben, bis es eine bundesweit einheitliche Regelung gibt. Es solle ein Modellprojekt geprüft werden, in dem Cannabis an Erwachsene kontrolliert abgegeben werde.
Sucht- und Drogenberatungen sollen mehr Geld und Personal bekommen und die Bagatellgrenze für Marihuana-Besitz auf 15 Gramm angehoben werden. Die Linke wolle eine Drogenpolitik, die auf Aufklärung und Prävention, nicht auf Strafe setze, sagte Koplin. Erst Anfang August hatte sich Innenminister Lorenz Caffier (CDU) deutlich gegen eine Legalisierung gestellt. "Besitz, Anbau und Handel müssen strafbar bleiben", sagte er.
"Die psychischen und physischen Auswirkungen des Konsums von Cannabis werden insbesondere durch Jugendliche leider noch immer unterschätzt."

Die Regierung befürchtet, dass Marihuana bei einer Freigabe an Erwachsene auch Jugendlichen in die Hände fallen könnte - so sei dies bei Alkohol und Tabak schließlich auch. Zudem geht sie unter Bezug auf eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) davon aus, dass erhebliche Gefahren vom Cannabisgenuss drohen.
Die Studie aus dem Jahr 2016 kommt zu dem Ergebnis, dass weniger über die Folgen von Marihuanakonsum bekannt ist als bei Alkohol und Tabak. Klar sei allerdings, dass das Gefahren- und Suchtpotenzial steige, je jünger die Konsumenten sind.
Cannabiskonsum erhöhe die Wahrscheinlichkeit für eine schizophrene Erkrankung und könne ihre Symptome verstärken.

Quelle: https://www.tag24.de/nachrichten/cannabis-legalisierung-linke-schwerin-kiffen-gras-weed-ganja-drogen-legalize-it-1195976

Präsident des Patientenforum e.V. hält das Verbot von Marihuana für richtig


Cannabis könne zu psychischer Abhängigkeit, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit führen – und mehr!

Cannabis ist in Deutschland nahezu überall erhältlich. Nicht nur in Apotheken, wo es für die Verringerung von Leiden seitens Glück habender Patienten im Idealfall verfügbar ist, sondern vor allem auf dem Schwarzmarkt, auf dem sich mehrere Millionen Menschen unterschiedlichsten Alters mit der leider weiterhin verbotenen Natursubstanz unter gewissen Vorsichtsmaßnahmen uneingeschränkt eindecken können. Die Diskussion über die Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken für Erwachsene wird seit langer Zeit geführt und bietet viele gute Argumente, die für eine Veränderung der Verbotspolitik sprechen. Dennoch finden sich immer noch viele Gegner in der Öffentlichkeit, die gerne schon alleine den Gedanken einer Hanffreigabe als gefährlich bezeichnen. So finden sich auch immer wieder Mediziner in den Medien wieder, die vor den Folgen einer Legalisierung warnen, da die gesundheitlichen Auswirkungen des Cannabiskonsums für sie nicht im Einklang mit den Vorteilen eines geregelten Marktes stehen. Nun hat sich der Präsident des Bundesverbandes für Patienten- und Versicherteninteressen zum Thema geäußert und meint, dass die Legalisierung von Cannabis die Gefahren des Rauschmittels verharmlosen würde. Der Präsident des Patientenforum e.V. hält das Verbot von Marihuana für richtig.

Manfred Pfeiffer, der Patientenvertreter für Das PatientenForum e.V. und ein Diplom-Betriebswirt sowie Bundesgeschäftsführer und Gesundheitspolitischer Sprecher des Vereins der Deutschen Gefäßliga ist, wird auf Frankfurt-Live.com zitiert, dass Cannabiskonsum erhebliche Auswirkungen auf die Psyche haben kann. „Cannabis mit Tabak vermengt und geraucht oder in Tee und Keksen konsumiert, hat erhebliche Auswirkungen auf die Psyche“, sagt der circa 11.000 Mitglieder vertretende Pfeiffer. „Diese Verwendung kann zu psychischer Abhängigkeit, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit führen“, führt er weiter aus. Um diesen Aussagen mehr Gewicht zu verleihen, bezieht er sich auf einen seiner bei der Deutschen Gefäßliga e.V mitarbeitenden Kollegen namens Prof. Dr.med. Curt Diehm, der in einer GefäßReport genannten Publikation ebenfalls vor den großen Gefahren des Cannabiskonsums warnt. Hier schrieb dieser, dass die Wirkung von Cannabis auf Herz und Gefäße ein großes Thema sei. Die Deutsche Gefäßliga warne daher ganz besonders vor den gesundheitlichen Risiken des Marihuanakonsums, auch weil die medizinische Literatur voll von Fallbeispielen wäre, bei denen Cannabisgebrauch zu Bluthochdruck, Herzfrequenzanstieg, Herzrhythmusstörungen, Angina Pectoris bis hin zu plötzlichen Herztoden führen könne. Selbst schwerwiegende Gefäßkomplikationen wie tiefe Beinvenenthrombosen oder Lungenembolie könne der Einsatz des seit Jahrtausenden im Einsatz befindlichen Natursubstanz auslösen, vermutet man zumindest. Es sei zudem ziemlich sicher, dass Cannabinoide eine Gefäßentzündung im Sinne einer Vaskulitits – eine Gefäßentzündung – verursachen könnten. Deshalb mahnt der Präsident von Das Patientenforum auch in der Einleitung des veröffentlichten Artikels, dass eine Legalisierung von Cannabis die gesundheitlichen Gefahren des Konsums verharmlosen würde.

Wieso die besonders bei bestehenden Entzündungen förderlichen Eigenschaften der Hanfpflanze unter legalen Rahmenbedingungen derartige Gesundheitsschäden hervorrufen können sollen, müssen die beiden zitierten Herren bei derartigen Vorwürfen anschließend nicht mehr erklären. Warum ein legaler Markt mehr Gefahren bieten sollte als ein illegaler ebenso wenig. Es reicht wohl, dass ein Aufzeichnen von potenziellen schrecklichen Nebenwirkungen genügend Tragkraft besitzt, um gegen eine sinnvolle Veränderung der Gesetzeslage wettern zu können. Dass der Konsum der hier als schwer gesundheitsschädlich beschriebenen Pflanzenprodukte jedoch durch Schwarzmarkthandel stetig abgesichert ist, scheint genau so wenig von Bedeutung, wie die fehlende Qualitätskontrolle der dort verkauften Güter, die in der Vergangenheit schon mehrfach mit schädlichsten Streckmitteln versetzt worden waren. Warum aber selbst Vaskulitis-Patienten unter Behandlung des Entzündungen und Geschwüre hervorrufen könnenden Medikamentes Methotrexat – kurz MTX – lieber zum holländischen Joint als zum deutschen Bierfläschchen greifen, sollte die sich damit professionell beschäftigenden Herren vielleicht dann aber doch auch wenigstens einmal zum kurzen Nachdenken anregen.

Der Präsident des Patientenforum e.V. hält das Verbot von Marihuana für richtig – das Cannabisverbot ist aber schlicht und ergreifend falsch!

Quelle: https://hanfjournal.de/2019/08/31/praesident-des-patientenforum-e-v-haelt-das-verbot-von-marihuana-fuer-richtig/