Freitag, 13. September 2019

Prozessauftakt: Hanfbar-Betreiber schweigen vorerst vor Gericht


Ihre Hanftees erzeugen keinen Rausch. Die Richter müssen klären, ob die Männer mit dem Verkauf der Tees trotzdem gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben.

Vor dem Landgericht Braunschweig hat gestern der Prozess gegen die beiden Betreiber der Hanfbar begonnen. Den beiden Männern, 28 und 36 Jahre alt, wird unter anderem der gewerbsmäßige Handel mit Betäubungsmitteln vorgeworfen. In der Verhandlungspause holte die Verteidigung zum Gegenschlag aus und erstattete ihrerseits Strafanzeige...
Aber der Reihe nach: Es geht darum, dass die Angeklagten in ihren Läden in der Mühlenpfordtstraße und am Friedrich-Wilhelm-Platz sowie im Internet Hanfblütentees verkauft haben sollen. Der Erlös: rund 50.000 Euro. Eine „nicht unerhebliche Einnahmequelle“, so die Staatsanwältin. Das Geld habe ihnen „zum Bestreiten ihres Lebensunterhaltes“ gedient. Sie hätten den Hanf mit Gewinn weiterverkauft, „obwohl ihnen bewusst war, dass sie dazu nicht berechtigt waren.“

Tees aus Nutzhanf verkauft

In der Anklageschrift wurde detailliert aufgezählt, wieviel Tee zu welchem Preis verkauft worden sein soll – darunter Sorten mit so klingenden Namen wie „Waldspaziergang“, „Omas Liebling“ und „Katerfrühstück“. Die Angeklagten, das kann man wohl sagen, sind keine Dealer im eigentlichen Sinne: Ihre Tees erzeugen keinen Rausch, dafür ist der THC-Anteil (Tetrahydrocannabinol) zu gering. Ob sie dennoch gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben, müssen nun die Richter klären. Die Rechtslage ist äußerst komplex: Grundsätzlich verbietet das Gesetz den Handel mit unverarbeiteten Hanfblüten, -stängeln und -blättern, egal, wie hoch der THC-Gehalt ist. Ausnahmen gibt es nur für den Verkauf zu wissenschaftlichen und gewerblichen Zwecken.
 
Eine Viertelstunde dauerte das Verlesen der Anklageschrift, in der detailliert aufgezählt wurde, wie viele Gläser Tee zu welchem Preis verkauft wurden – darunter Sorten mit wohlklingenden Namen wie „Waldspaziergang“, „Omas Liebling“ oder „Picknick im Park“.

Angeklagte schweigen vorerst zu den Vorwürfen

Die beiden Angeklagten, Marcel Kaine und Bardia Hatefi, wollen sich vorerst nicht zu den Vorwürfen äußern. Das ließen sie über ihre Anwälte mitteilen. Kaines Anwalt Jan-Robert Funck: „Zu gegebener Zeit wird es gegebenenfalls eine geeignete Einlassung geben.“ Er kritisierte, dass mündliche Einlassungen am Landgericht nicht protokolliert werden. „Wir werden das deshalb in anderer Form fixieren“, kündigte der Anwalt an. Die Angeklagten hatten im Vorfeld angekündigt, notfalls bis zur letzten Instanz zu gehen – also bis vor den Bundesgerichtshof.
Funck kritisierte, dass ihm bislang keine Informationen vorlägen, ob gegen weitere Anbieter von Hanftees Verfahren liefen: „In jedem Reformhaus, Teeladen, Bioladen und in vielen Drogerien kann man Hanftee kaufen. Die Großanbieter mit Millionenumsätzen, die tonnenweise mit dieser Ware handeln, scheinen die Staatsanwaltschaft aber nicht die Bohne zu interessieren.“
Erst das Landgericht habe dafür gesorgt, dass Proben entnommen und zur Analyse eingeschickt worden seien, so Funck: „Was ist daraus geworden? Das würde ich gerne wissen. Gibt es weitere Verfahren? Oder wurden die Ermittlungen eingestellt? Das wäre dann auch für unseren Fall relevant, spätestens bei der Strafzumessung.“
Die Staatsanwältin konterte, keinen direkten Sachzusammenhang mit dem aktuellen Verfahren zu sehen. In Braunschweig – und nur für die Staatsanwaltschaft in Braunschweig könne sie sprechen – gebe es zurzeit keine weiteren Verfahren.

Verteidiger erhebt Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft

Funck nahm das zum Anlass, in der Verhandlungspause Strafanzeige zu erstatten: Die Staatsanwaltschaft sei untätig geblieben, obwohl die Kenntnis davon habe, dass andere Anbieter in der Stadt Hanfblütentee verkaufen. Das sei Strafvereitelung im Amt.
Drei weitere Verhandlungstage sind angesetzt. Insgesamt sollen zwölf Zeugen und ein Sachverständiger angehört werden. Das Urteil wird für den 17. Oktober erwartet.
 
Quelle: https://www.braunschweiger-zeitung.de/braunschweig/article227065067/Prozess-gegen-Braunschweiger-Hanfbar-Betreiber-hat-begonnen.html

Der erste legale Cannabis-Milliardär der Welt

 

Man muss wohl kaum jemanden davon überzeugen, dass in der Cannabispflanze nicht nur medizinisches, sondern auch wirtschaftliches Potenzial steckt. Da sich in einigen Bundesstaaten der USA, auch in manch anderen Ländern die Legalisierungen von Cannabis bereits jähren, gibt es seit geraumer Zeit Meldungen davon, wie viele Millionen der legale Handel mittlerweile hier oder dort umsetzt. Weniger bekannt bleiben oft die Namen und Gesichter der Menschen, denen das Geschäft mit Cannabis als Genussmittel jetzt auf legale Art und Weise zu übermäßigem Reichtum verhilft. Doch nun gibt es ganz offiziell den ersten Menschen, der mit Cannabis zu einem Milliarden-Vermögen gekommen ist, ohne sich vor der Polizei verstecken zu müssen. Er darf sich jetzt der erste legale Cannabis-Milliardär nennen.

Reichtum durch Cannabis musste bisher verheimlicht werden

Pablo Escobar oder El Chapo Guzman sind schätzungsweise Milliardäre gewesen. Da sie ihre Einnahmen nicht versteuerten und darauf bedacht waren, keine Aufzeichnungen zu hinterlassen, ist ihr Vermögen kaum realistisch einzuschätzen.
Der Vorsitzende der Curaleaf Holdings Inc., Boris Jordan, muss kein Geheimnis daraus machen, dass Cannabis ihn unglaublich reich gemacht hat. Er ist der erste Cannabis-Milliardär, der seinen Wohlstand dem legalen Handel mit der Pflanze zu verdanken hat. Denn Jordan hält aktuell 31 Prozent an Curaleaf, dem sechstgrößten Cannabisunternehmen der Welt.

Durch Firmenübernahmen an die Spitze des Weltmarkts für Cannabis

In den Vereinigten Staaten ist man mit einem Wert von 1,1 Milliarden US-Dollar die Nummer eins. Curaleaf betreibt 48 medizinische Cannabis-Apotheken in 12 verschiedenen Bundesstaaten. Seit Mai diesen Jahres gehört auch die Cannabismarke Select zum Portfolio, die in mehr als 900 Dispensaries vertrieben wird. Dabei soll es aber nicht bleiben, das Unternehmen zeigt starke Ambitionen für noch mehr Wachstum. Aktuell versucht sich Curaleaf an weiteren Übernahmen, die das Unternehmen am Umsatz gemessen an die Weltspitze katapultieren könnten.

Die Cannabispflanze hebt Jordans Reichtum in andere Dimensionen

Boris Jordan ist aber nicht nur Vorsitzender und Anteilseigner von Curaleaf, er besitzt auch die Investmentfirma Measure 8 Venture Partners, die ebenfalls Anteile an Cannabis-bezogenen Unternehmen hält. So zum Beispiel hielt sie 12 Prozent an Cura Partners, die die Marke Select produzierten. An der Übernahme von Cura Partners durch Curaleaf hat Jordan also gleich doppelt verdient.
Neben diesen Aktivitäten hat Jordan auch den Vorsitz der Private-Equity-Gesellschaft Sputnik Group und der russischen Renaissance Insurance inne. Wohlhabend wäre er also vermutlich auch ohne das Cannabisgeschäft, doch von einer Milliarde wäre er sicher noch weit entfernt

Quelle: https://www.hanf-magazin.com/news/der-erste-legale-cannabis-milliardaer-der-welt/

Donnerstag, 12. September 2019

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vom 09.09 - 13.09.2019

Bauern sollen Häuser aus Hanf bauen

 

Die Politik hat beschlossen, dass auch in der Landwirtschaft Treibhausgase reduziert werden sollen. In Großbritannien hat sich die "National Farmers' Union" NFU vorgenommen, bis 2040 CO2-neutral zu sein.
Die Zeitung Telegraph zitiert aus einer neuen Mitteilung der NFU, darin heißt es: Landwirte in Großbritannien sollten ihre Gebäude mit Hanf oder Wolle bauen. Der Baustoff der Wahl wäre dann zum Beispiel Hanfbeton, auf Englisch hempcrete genannt, abgeleitet vom Wort für Beton, concrete. Das Biokompostmaterial ist eine Mischung aus Hanf und Kalk, isoliert gut und kann auch als Steinersatz genommen werden.

Quelle: https://www.deutschlandfunknova.de/nachrichten/grossbritannien-bauern-sollen-haeuser-aus-hanf-bauen

Nachbar verrät Cannabis-Gärtner nach einem Streit


Das Amtsgericht in Haßfurt verurteilte einen 39-Jährigen aus dem Steigerwald wegen eines Drogendelikts zu einer Bewährungsstrafe

Nach einem Streit mit seinem Vermieter in einem Steigerwalddorf wollte der Mieter dem Hauseigentümer eins auswischen. Er fotografierte mit seinem Handy die beiden erntereifen Cannabis-Pflanzen im Garten des Hausherren und präsentierte das Foto der Haßfurter Polizeidienststelle

Bei einer Hausdurchsuchung am 24. September vergangenen Jahres fanden die Ermittler nicht nur zwei Pflanzen des berauschenden Gewächses im Garten des 39-Jährigen, sondern auch getrocknetes Cannabis, auch bekannt als Marihuana. Insgesamt betrug der Wirkstoffgehalt des gefundenen "Grases" 16,9 Gramm THC - mehr als das doppelte der "nicht geringen Menge" von 7,5 Gramm THC.
Dies hatte zur Folge, dass der bislang unbescholtene Hausbesitzer am Mittwoch zum ersten Mal auf der Anklagebank des Amtsgerichts in Haßfurt wegen eines Drogendelikts Platz nehmen musste. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe plus 1000 Euro Geldauflage für einen guten Zweck.

Vor Gericht gab der 39-jährige Beschuldigte zu, dass das aufgefundene Cannabis sein Eigentum sei. Damit gehandelt habe er jedoch nie, gab er zu Protokoll. Dies bestätigte die ermittelnde Polizeibeamtin, die auf dem Handy des Angeklagten keine Indizien entdeckt hatte, die für ein Handeltreiben gesprochen hätten

Einen ungewöhnlich hohen Antrag stellte der Staatsanwalt, der eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verlangte plus eine Geldauflage von 4500 Euro. Verteidiger Jochen Kaller forderte Freispruch für seinen Mandanten. Die Polizei habe erst nach rund einem halben Jahr das Anwesen des Cannabis-Gärtners durchsucht, sagte der Anwalt. Bei "zeitnaher Durchsuchung" hätten die Beamten weit weniger oder kein Cannabis gefunden, argumentierte der Verteidiger, der daher ein "Verwertungsverbot" des gefundenen Rauschgifts forderte.
Den Gefallen eines Freispruchs tat das Gericht dem Angeklagten und seinem Anwalt nicht, blieb aber weit unter der Forderung des Staatsanwalts. Das konfiszierte Gras wird vernichtet; sein Handy erhielt der Verurteilte bereits wieder zurück, da es sich dabei nicht um ein Tatwerkzeug handelte.

Quelle: https://www.infranken.de/regional/hassberge/nachbar-verraet-cannabis-gaertner-nach-einem-streit;art217,4434880

SPD-Politiker fordern Entkriminalisierung von Cannabis  

 

Der Druck auf die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, den bisherigen Kurs in Sachen Marihuana zu ändern, kommt von vielen Seiten - auch aus der SPD. Auf Länderebene geraten die Dinge bereits in Bewegung. 

   Berlin
Einfach weiter so oder kommt es doch zu einer Kehrtwende? Die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung tritt ihren Job erst kommende Woche an. Doch schon jetzt wächst der Druck auf Daniela Ludwig (CSU), vor allem Cannabis zu entkriminalisieren. Auch aus der Großen Koalition kommen entsprechende Forderungen.
Weltweit tut sich in Sachen Marihuana einiges. Unter anderem die Niederlande, Kanada und viele US-Bundesstaaten haben die weiche Droge de facto legalisiert. Luxemburg arbeitet daran. In den USA sorgte zudem jüngst eine Untersuchung des renommierten Instituts "General Social Survey" für Aufsehen, wonach inzwischen sogar eine Mehrheit der Republikaner (54 Prozent) eine Legalisierung befürwortet (gesamt: 61 Prozent).

In Deutschland sind laut einer Umfrage von infratest-dimap für den Deutschen Hanfverband zwar 52 Prozent für eine Beibehaltung des Cannabis-Verbots, aber auch 46 Prozent der Bundesbürger für eine Freigabe nach nordamerikanischem Vorbild - der höchste je gemessene Wert.

Bremen geht bei der Liberalisierung voran

Auf Länderebene geraten die Dinge langsam in Bewegung. In Bremen hat die Rot-grün-rote Regierung den "Cannabis-freundlichsten Koalitionsvertrag, der je vorgestellt wurde" unterzeichnet, wie der Deutsche Hanfverband lobt. Dort sollen unter anderem Ermittlungsverfahren bei bis zu vier Cannabis-Pflanzen zum Eigenanbau grundsätzlich eingestellt werden.
Auf Bundesebene passiert bisher aber nichts. Die designierte Drogenbeauftrage scheint den Kurs ihrer Vorgängerin Marlene Mortler (CSU) fortsetzen zu wollen: "Suchtprävention ist eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben. Das betrifft nicht nur illegale Drogen, sondern ganz besonders auch das Alltagssuchtverhalten. Eine Bagatellisierung darf es nicht geben. Ich werde eine klare und deutliche Position einnehmen“, hatte Ludwig in einer ersten Stellungnahme erklärt.
Die SPD trägt die Berufung Ludwigs mit. Dennoch wünschen sich viele in der Partei einen neuen Kurs: "Ich bin dafür, den Cannabis-Konsum zu entkriminalisieren. Wir sollten ihn zu einer Ordnungswidrigkeit herabstufen. Der Handel mit Cannabis sollte wie bisher eine Straftat bleiben. Ich plädiere hier dafür, die bestehenden Regelungen des Strafgesetzbuchs anzuwenden“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Karl Lauterbach, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Lauterbach bewirbt sich gemeinsam mit Nina Scheer um den SPD-Vorsitz.

Die Opposition fordert Ende der "Cannabis-Prohibition"

Gesundheitspolitiker Dirk Heidenblut (SPD) ergänzte: „Ich persönlich befürworte eine weitgehende Entkriminalisierung von Besitz und Konsum von Cannabis sowie eine staatlich kontrolliere Abgabe." In der Drogenpolitik liege viel im Argen. "Ich hoffe, dass wir schnell zu einer gemeinsamen Lösung im Sinne aller Beteiligten kommen.“
Weniger diplomatisch ist die Opposition: "Es kann nach Frau Mortler nur besser werden. Die Verbotspolitik in Bezug auf Drogen ist gescheitert", sagte Kirsten Kappert-Gonther (Grüne) dem RND. "Cannabis sollte staatlich kontrolliert in Fachgeschäften abgegeben werden. Kanada macht es vor. Auf dem Schwarzmarkt gibt es weder Jugend- noch Gesundheitsschutz. Ludwig darf diesen Zustand nicht ignorieren. Als Juristin müsste sie zudem wissen, wie stark Justiz und Strafverfolgung damit belastet sind, Konsumierende zu verfolgen."
Der drogenpolitische Sprecher der FDP, Wieland Schinnenburg, fordert auch ein Ende der "Cannabis-Prohibition". Der Politiker: "Wir brauchen eine kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene. Der Zugang zu Medizinalcannabis muss zudem einfacher werden. Und: Deutschland muss ein Cannabis-Exportland werden. ,Cannabis made in Germany' muss ein Exportschlager werden

Quelle:    https://www.kn-online.de/Nachrichten/Politik/SPD-Politiker-fordern-Entkriminalisierung-von-Cannabis           

Aurora Cannabis bricht ein: Sind die Zahlen wirklich so schlecht?


Aurora Cannabis hat die Zahlen zum vierten Quartal veröffentlicht und damit die Erwartungen der Analysten verfehlt. Sowohl der Umsatz als auch das EBITDA blieben hinter den Schätzungen zurück, Anleger straften die Aktie nachbörslich zehn Prozent ab. Doch Anleger sollten nicht in Panik verfallen, denn Aurora Cannabis gehört die Zukunft.
Der gesamte Nettoumsatz kletterte um 52 Prozent auf 98,8 Millionen Kanadische Dollar nach oben, beim EBITDA steht ein Verlust von 11,7 Millionen Dollar in den Büchern. Im Schnitt rechneten Analysten allerdings mit einem Umsatz von 107,9 Millionen Kanadische Dollar und einem Fehlbetrag auf EBITDA-Basis von 4,1 Millionen Dollar.

Quelle: https://www.deraktionaer.de/artikel/aktien/aurora-cannabis-bricht-ein-sind-die-zahlen-wirklich-so-schlecht-20191041.html